Niederlande

 

Das größtenteils im nördlichen Westeuropa liegende Land wird dort durch die Nordsee im Norden und Westen, Belgien im Süden und Deutschland im Osten begrenzt. Die Niederlande sind bekannt für ihre flache Landschaft, die von Kanälen, Tulpenfeldern, Windmühlen und Radwegen durchzogen ist. Der europäische Landesteil Niederlande umfasst 41.543 Quadratkilometer und zählt 18.131.238 Einwohner (1. Januar 2026). Die Hauptstadt der Niederlande ist Amsterdam, der Regierungs- und Parlamentssitz ist Den Haag.

 
 

Samstag, 25.04.2026: Nachdem wir alles gepackt haben, machen wir uns um 11:25 Uhr mit einem Kilometerstand von 37.363,2 auf den Weg. Wir kommen recht gut durch den Elbtunnel, machen kurz vor Bremen eine Mittagspause und erreichen nach vier Stunden den Stellplatz am alten Hafen von Weener. Nach einer kurzen Verschnaufpause unternehmen wir einen Spaziergang rund um den Hafen. Die Sonne scheint aber der kühle Wind stört noch ein wenig. Morgen geht es dann weiter in die Niederlande.

Sonntag, 26.04.2026: Der Tag begrüßt uns mit strahlend blauem Himmel und unser heutiges Ziel ist nur 24 km entfernt. In Weener tanken wir noch einmal voll und kommen am Rand von Beerta an den ersten Tulpenfeldern vorbei. Im Yachthafen von Beerta finden wir einen schönen Platz und machen die Räder startklar. Unser erstes Ziel sind natürlich die Tulpenfelder. Wir stellen die Räder ab und machen uns zu Fuß auf den Weg. Als ich einige hundert Meter von meinem Rad entfernt bin, fällt mir auf, dass ich mein Handy in der Halterung am Lenker vergessen habe. Als ich die Drohne wieder sicher gelandet habe gehe ich im Eiltempo zurück zum Rad und das Handy ist zum Glück noch da. Deutlich entspannter kommt die Drohne ein zweites Mal zum Einsatz. Auf einer Radtour durch den Reiderwolderpolder hoffen wir auf weitere Tulpenfelder, werden jedoch enttäuscht. Wir sind aber nicht die einzigen, die auf der Suche sind. Geli wird von einem Autofahrer gestoppt und gefragt, wo denn die Tulpen sind. Dafür können wir mit der Udema´s Mühle unsere erste holländische Windmühle auf die Speicherchips bannen. Auf dem Rückweg nutzen wir noch kleine Fähre, die wir über eine Kurbel über einen der zahlreichen Wasserwege bewegen müssen. Nach gut 26 km und rund 4 Stunden sind wir wieder am Auto. Wir verladen die Räder und setzen uns vor das Auto in die Sonne, was eine Zeit lang sogar im T-Shirt geht - herrlich.

Montag, 27.04.2026: Wir ergänzen in Beerta noch unsere Vorräte und fahren dann an die Nordseeküste. In Vierhuizen kommen wir unerwartet an einem weiteren Tulpenfeld vorbei, dass wir fast für uns alleine haben. Kamera und Drohne bekommen wieder viel zu tun. Wenige Kilometer weiter ist unser heutiges Etappenziel Lauwersoog am Nationalpark Lauwersmeer erreicht. Auf dem Stellplatz Lauwersmeerplezier beziehen wir einen Stellplatz direkt an der Bucht Nieuwe Robbengat und zahlen gleich für zwei Nächte, damit wir den Nationalpark in Ruhe erkunden können. Aufgrund von Arbeiten zur Deicherhöhung fällt die geplante Radtour kürzer aus als geplant und wir sind nach 45 Minuten und 12,4 km wieder am Auto. Zu Fuß machen wir uns auf den Weg zum Hafen von Lauwersoog und sehen uns dort etwas um. Heute ist es zum draußen sitzen zu kühl und so machen wir es uns gleich im Auto gemütlich.

Dienstag, 28.04.2026: Der Tag begrüßt uns heute wieder mit strahlend blauem Himmel und Sonnenschein, allerdings weht ein starker kühler Wind. Wir machen uns mit den Rädern auf den Weg rund um den Lauwersmeer Nationalpark. Die Strecke verläuft teilweise weit ab der Straße mitten durch die Natur. Es gibt zahlreiche Bänke und verschieden Aussichtspunkte, die zum Verweilen einladen. In Anjum holen wir uns aus einem Supermarkt ein Eis und legen dann die restlichen Kilometer zum Stellplatz zurück. Der Wind ist teilweise so heftig, dass er uns fast von den Rädern weht. Ohne E-Bikes hätten wir die 47,8 km nicht so gut überstanden. Mit vielen Pausen und Fotostopps waren wir gut 5 Stunden unterwegs. Nach einer ausgiebigen Verschnaufpause gehen wir zum Hafen und essen im Vishandel Sterkenburg zu Abend.

Mittwoch, 29.04.2026: Auch ist es wieder sehr schön und der kalte Wind hat zumindest ein wenig nachgelassen. Unser heutige Ziel ist Sneek, wo wir auf dem Camperplaats Aquanaut einen schönen Stellplatz in der Nähe des Zentrums finden. Zu Fuß machen wir uns auf den Weg und erkunden die Stadt, deren Wurzeln bis in das 11. Jh. zurückreichen. Das Wassertor (Waterpoort) wurde 1613 erbaut und ist das Wahrzeichen der Stadt. Wir essen ein leckeres Softeis und kaufen auf dem Rückweg noch etwas ein. Während Geli sich auf ihre Vorlesung vorbereitet, mache ich mein Rad startklar und eine kurze Tour in die Umgebung von Sneek. Mein Ziel ist IJlst, wo die Terpensmole und die Houtzaagmolen De Rat am Wasserlauf De Grau stehen. Die Sägemühle, die immer noch in Betrieb ist, kann ich gegen einen geringe Gebühr besichtigen. Auf dem Rückweg werfe ich noch einmal einen Blick auf das Wassertor.

Donnerstag, 30.04.2026: Bevor wir Sneek wieder verlassen, gehen wir noch einmal zu Fuß zum Supermarkt und ergänzen unsere Vorräte. Dem Tipp von Jutta folgend, fahren wir nach Workum. Dem berühmten Sohn der Stadt Jopie Huisman (1922-2000) ist ein eigenes Museum gewidmet. Nach vielen Entbehrungen und Misserfolgen arbeitete Jopie schließlich als Lumpen- und Altmeta tsammler. Die dabei gefundenen Alltagsgegenstände inspirierten den Autodidakt zu ganz außergewöhnlichen Bildern. Es entstanden akribisch gemalte Werke von alten Schuhen, zerschlissener Kleidung und Gebrauchsgegenständen - eine ungewöhnliche, faszinierende Bildersammlung. Der Abstecher hat sich auf jeden Fall gelohnt. Neben den grandiosen Bildern von Jopie Huisman gefallen uns auch die Werke von Kenne Grégoire, die in einer Sonderausstellung gezeigt werden, sehr gut. Wir bummeln noch ein Stück durch das hübsche Workum und essen ein leckeres Eis. Unser nächstes Ziel ist die Region Noordoostpolder, wo es sehr viele Tulpenfelder gibt. Wir finden auf dem Camperplaats Emmeloord einen schönen Platz und machen uns mit den Rädern auf den Weg. Auf einer ausgewiesenen Tulpenroute kommen wir auf unserer 22,9 km. Langen Runde an verschiedenen Tulpenfeldern vorbei und erfahren, dass die Blumen in den kommenden Tagen abgemäht werden und dann die Ernte der Tulpenzwiebeln beginnt. Nach knapp drei Stunden sind wir wieder am zurück am Auto.

Freitag, 01.05.2026: Heute erleben wir den bislang wärmsten Tag unserer Reise. Wir starten erneut mit einem Besuch bei den verbliebenen Tulpenfeldern. Auf der ausgewiesenen Autoroute durch Noordoostpolder, dem größten Tulpengebiet der Niederlande, kommen wir an zahlreichen Tulpenfeldern vorbei. Leider ist man mit dem Auto nicht so flexibel, wie mit dem Fahrrad und die Parkmöglichkeiten sind sehr begrenzt. Dennoch ergeben sich wieder schöne Fotomotive. In Urk fahren wir zum Stellplatz am Hafen, der jedoch bereits voll ist. So stellen wir den Roadrunner auf dem benachbarten Parkplatz ab und machen uns zu Fuß auf den Weg. Wir bummeln durch den Hafen zum 18,5 m hohen Leuchtturm von 1844. Durch den hübschen Ort gehen wir zurück zum Auto und fahren weiter nach Dronten, wo wir uns auf dem Campingplatz Wisentbos gleich für zwei Nächte Einbuchen. Wir nutzen die Gelegenheit zum Wäschewaschen und sitzen in T-Shirt und kurzer Hose vor dem Auto und genießen das sommerliche Wetter. Heute können wir auch. Noch draußen zu Abend essen, ehe wir es uns im Auto gemütlich machen.

Samstag, 02.05.2026: Am Morgen gibt es einen kurzen Regenschauer und anschließend kommt die Sonne wieder durch. Wir machen die Räder startklar und begeben uns auf eine knapp 40 km lange Rundfahrt. An einem Tulpenfeld machen wir einen ersten Halt und auch die Drohne kommt wieder zum Einsatz. Am Ketelmeer machen wir auf einer Bank mit Blick auf das Wasser eine Mittagspause. Sehr schön angelegte Radwege führen uns durch das Naturschutzgebiet Roggebotsebos. Ein Stück fahren wir am Ufer des Revemeer entlang und kehren parallel zu einer Bahnlinie nach Dronten zurück. Im Stadtzentrum kaufen wir noch etwas ein und setzen uns anschließend vor das Auto in die Sonne. Auch heute können wir wieder draußen zu Abend essen und bringen wieder einmal unseren Grill zum Einsatz.

Sonntag, 03.05.2026: Bevor wir Dronten wieder verlassen kaufen wir bei einem Lidl noch ein. Unser Ziel ist der Nieuw Land Nationalpark südwestlich von Lelystad. Das erst im Herbst 2018 als Nationalpark Nieuw Land anerkannte Gebiet besteht aus dem Oostvaarders- und dem Lepelaarplassen, dem Markermeer und den Marker Wadden. Er ist der größte jemals von Menschen künstlich angelegte Nationalpark der Welt. Der Oostvaardersplassen, eingezwängt zwischen die Großstädte Lelystad und Almere, ist jedoch mit den Sumpfgebieten, großen Seen und wildem Grasland sehr unberührt und nur in einem kleinen Bereich für Wanderer zugänglich. Beim Besucherzentrum sind Rundwege von 1,2 bis 5,2 km Länge ausgeschildert. Trotz Regen gehen wir einen der ausgeschilderten Rundwege durch die schöne Natur. Da das Wetter heute sehr durchwachsen bleiben wird, beschließen wir auf dem nahegelegenen Campingplatz ´t Oppertje am Markermeer Quartier zu beziehen. In einer Regenpause machen wir einen Spaziergang über den Platz und müssen anschließend unsere Schuhe vom Gänsekot befreien, dem man hier auf dem Gelände nicht ausweichen kann.

Montag, 04.05.2026: Wir fahren im Morgennebel auf der schmalen N701 direkt am Markermeer entlang und versuchen die gespenstische Stimmung auf die Speicherchips zu bannen. Über die Autobahn geht es dann weiter nach Muiden, wo wir uns das Muiderslot ansehen wollen. Leider können wir uns das fast quadratische Wasserschloss nur aus der Ferne betrachten, da bereits für den Zugang zum Park der volle Eintritt von knapp 20 € pro Person fällig wird, Das ist uns für einen Blick von Außen auf das Schloß dann doch zu happig. Zudem gibt es auch noch ein Drohnen-Verbot, so daß auch aus den erhofften Luftaufnahmen nichts wird. Dafür weist uns auf dem Rückweg zum Auto ein Niederländer auf einen Kingfischer hin, der an einem der Kanäle sitzt. Wir haben tatsächlich Glück und können den wunderschönen Vogel einige Minuten beobachten. Im Yachthafen von Volendam gibt es den Stellplatz, auf dem wir 2017 einmal übernachtet haben leider nicht mehr. Auch den Stellplatz im Yachthafen von Monnickendam gibt es nicht mehr. Auf dem Camping Strandbad Edam findet unsere Irrfahrt dann schließlich ein Ende und wir buchen uns gleich für zwei Nächte ein. finden wir einen schönen Stellplatz direkt am Ijsselmeer. Wir warten im Auto einen kräftigen Schauer ab und machen uns dann zu Fuß auf den Weg. Nach einer Verschnaufpause machen wir uns mit den Rädern auf den Weg nach Edam. In dem schönen kleinen Ort gibt es noch viele Häuser aus dem 17. Jahrhundert. Wie der Edamer Käse schon vermuten lässt, hat sich auch der Käsehandel bis heute in Edam gehalten. Wir kaufen im Kaasspeciaalzaak Henri Wllig drei kleine Käse-Laibe in unterschiedlicher Geschmacksrichtung und fahren zurück zum Campingplatz.

Dienstag, 05.05.2026: Heute ist es wieder von Beginn an sonnig, aber auch der starke Wind ist wieder zurück. Wir machen uns auf ein Radtour auf die Insel Marken. Zunächst geht es immer an der Küste entlang nach Volendam. Das ehemalige Fischerdorf Volendam ist zwar heute sehr touristisch aber hat auch immer noch einen gewissen Charme. Von hier aus nehme wir die Fähre Jan Smit nach Marken. Das Inselidyll auf einer Fläche von 3 km2 wirkt wie eine komprimierte Version der Niederlande. Das historische Dorf ist umgeben von dem mit Gräben durchzogenen, saftigen Wiesen mit Kühen und Schafen. Die Häuser stehen auf 15 künstlich aufgeschichteten Warften oder auf Pfählen, sogenannten Terpen, um vor Überflutungen geschützt zu sein. Im 13. Jh. wurde Marken durch einen Sturm vom Festland getrennt und war bis 1957 nur mit Booten erreichbar, seither verbindet ein 8 km langer Damm das Eiland mit dem Festland. Wir fahren auf dem Deich zum Inselleuchtturm, der wegen seiner Form und der weißen Farbe den Namen „weißes Pferd von Marken“. Auf der Fahrt über die Insel können noch einige Uferschnepfen beobachten. Zurück auf dem Festland sehen wir uns Monnickendam an. Wir bummeln durch den Ort und essen ein leckeres Eis. Kurz bevor wir wieder in Volendam ankommen stoppen wir an der Katwoude Mühle. In Volendam bummeln wir auf der Promenade entlang und stärken uns mit Fish & Chips. Nach knapp 35 km und fast 6 Stunden sind wir wieder am Auto. Wir verladen die Räder und machen es uns im Roadrunner gemütlich.

Mittwoch, 06.05.2026: Heute fahren wir nur wenige Kilometer bis nach Hoorn. Im Jachthaven De Grashaven beziehen wir einen Stellplatz und machen uns zu Fuß auf den Weg. Die Zeichen einer ruhmreichen Vergangenheit verleihen Hoorn ein besonderes Flair. Von hier aus unterhielt die mächtige Vereinigte Ostindische Kompanie (Vereenigde Oostindische Compagnie, VOC) im 17. und 18. Jh. Handelsbeziehungen mit Asien. Von dieser Epoche erzählt an der Schuitjeskade der Halve Maen (Halbmond), eine schnelle, wendige Jacht, die im 16. Jh. eingesetzt wurde, um Piratenschiffe zu jagen. Ihre bedeutendste Reise führte sie 1609 unter der Leitung von Skipper Henry Hudson an die Ostküste Nordamerikas. Diese Entdeckung leitete die Gründung der Kolonie Nieuw Nederland und der Stadt Nieuw Amsterdam, heute New York, ein. Die nach Henry Hudson benannte Hudson Bay im heutigen Kanada entdeckte er allerdings erst 1610 mit dem Schiff Discovery. Die Stadt Hoorn ist auch Namensgeberin der Südspitze von Südamerika. Der niederländische Seefahrer Willem Cornelicz Schouten nannte sie im Januar 1616 zu Ehren der Stadt Capo Hoorn. An der Einfahrt zum Hafen steht noch immer das Hoofdtoren, ein Turm aus dem 16. Jahrhundert. Nach einem Bummel durch die Innenstadt gehen wir zum Stellplatz zurück. Da Geli heute wieder Vorlesung hat, mache ich mich nach einer Verschnaufpause alleine mit dem Rad auf den Weg. Ich fahre zunächst an der Küste der Hornes Hop, einer Bucht im Markermeer & IJmeer entlang. Ganz in der Nähe der Küste steht die schöne Windmühle De Grote Molen. Die nächste Mühle, De Stofmolen steht Mitten in Wijdenes und ist ganz offensichtlich bewohnt. In Oosterblokker komme ich dann schließlich noch an der Mühle De Krijgsman vorbei. Die Mühle ist in Betrieb und hier wir wohl immer noch Getreide gemahlen. Leider hat die angeschlossene Bäckerei geschlossen. In Blokker kaufe ich mir dann noch ein Stück Kuchen und erreiche nach 32,7 km und zweieinhalb Stunden wieder das Auto. Nach dem Abendessen unternimmt Geli auch noch eine kleine Radtour.

Donnerstag, 07.05.2026: Der Tag begrüßt uns mit strahlend blauem Himmel und Sonnenschein und auch der kalte Wind hat deutlich nachgelassen. Unser erstes Ziel ist der Naturpark De Helleres Valley und Donkere Duinen. Bei dem Kiosk am Parkplatz essen wir ein leckeres Softeis und wandern dann durch den Dünenwald an den Strand. Auf der Terrasse der Strandbar genießen wir ein kühles Getränk und gehen dann zum Auto zurück. Nach wenigen Kilometern haben wir Julianadorp erreicht und quartieren uns für die kommenden drei Nächte auf dem Campingplatz ´t Norder Sandt ein. Nachdem wir unseren Stellplatz bezogen haben machen wir uns mit den Rädern auf den Weg zu einem Supermarkt. Dabei kommen wir noch an zwei noch blühenden Tulpenfeldern vorbei. Vor dem Abendessen gehen wir noch zu einem Aussichtspunkt in den Dünen von Julianadorp. Wir können noch draußen zu Abend essen, ziehen uns anschließend aber ins Auto zurück.

Freitag, 08.05.2026: Wir beginnen den Tag mit einem Besuch des Schwimmbades des Campingplatzes. Hier gibt es, ähnlich wie in Henne Strand, von 08:00-10:00 Uhr das Schwimmen ausschließlich für Erwachsene. Auch heute ist es wieder sehr schön und wir fahren mit den Rädern auf vorbildlich angelegten Radwegen durch die Dünenlandschaft nach Den Helder. In dem direkt am Meer gelegenen Vorort Huisduinen kommen wir am Fort Kijkduin und dem Leuchtturm De Lange Jaap (63,45 m) vorbei. In Den Helder bummeln wir durch die Innenstadt, essen ein Eis und sehen uns den schönen Wasserturm an. Entlang zahlreicher Kanäle und vorbei an einigen noch blühenden Tulpenfeldern geht es zurück zum Campingplatz. Nach vier Stunden und gut 25 km sind wir wieder am Auto. Wir können wieder draußen in der Sonnen sitzen und nutzen die Gelegenheit zum Waschen unserer Wäsche. Auch heute können wir wieder draußen zu Abend essen.

Samstag, 09.05.2026: Ein weiterer schöner Tag und eine weitere Radtour in die Umgebung von Julianadorp liegen vor uns. Zunächst gibt es aber zum Frühstück sehr leckere, per App vorbestellte Brötchen zum Frühstück. Wieder geht es über sehr gut ausgebaute Radwege zunächst nach Zand. Diesmal sind es nicht die Tulpen, die uns zu erst über den Weg laufen, sondern Hyazinthen. Aber die Tulpen lassen nicht lange auf sich warten und wir haben auch noch nicht das Interesse verloren, sie filmisch und fotografisch in Szene zu setzen. Bei Zand sehen wir uns die schöne Windmühle Molen De Hoop an, bei der es auch einen Wohnmobilstellplatz gibt. In Callantsoog machen wir eine längere Pause und essen im IJssalon IJsie Prima ein köstliches Eis. Der Betreiber hat bei der Eishersteller WM 2026 in Las Vegas die Bronzemedaille gewonnen. Entlang und durch die Dünenlandschaft radeln wir zurück. Der Leuchtturm Grote Kaap und ein Gartenteich mit eigenem Fischkutter bilden weitere Fotomotive. Nach einer Verschnaufpause auf dem Campingplatz radeln wir noch einmal zum Supermarkt und kaufen ein paar Sachen ein. Zum Abendessen wird gegrillt.

Sonntag, 10.05.2026: Eigentlich wollen wir heute noch einmal ins Schwimmbad, aber die Gesichtserkennung läßt uns nicht mehr rein. Zum Frühstück gibt es wieder die leckeren Brötchen und wir verlängern unseren Aufenthalt auf dem Campingplatz ´t Norder Sandt um eine weitere Nacht. Heute ist es etwas kühler als in den vergangenen Tagen und es weht wieder ein starker und kalter Wind, aber wir wollen noch eine weiter Radtour unternehmen. Unser heutiges Ziel ist die Umrundung des Amstelmeers. Wir kommen wieder an Feldern mit Hyazinthen und Tulpen vorbei, wobei die letzteren jetzt meistens schon geköpft sind. Einige wenige Nachzügler recken keck ihre Köpfe in die ansonsten grünen Felder. Am Nordostufer des Amstelmeeres machen wir im Ausflugslokal Beach Bites eine Mittagspause. Am Rand des Ortes Anna Paulowna sehen wir uns die Mühle Molen Leonide an und machen auf einer Bank im Ort eine weitere Pause. In Julianadorp können wir noch einmal Gänse mit ihrem Kücken beobachten und nach knapp 5 Stunden und etwas mehr als 50 km sind wir wieder am Auto. Da es zum draußen sitzen heute zu kühl ist, machen wir es und gleich im Auto gemütlich. Nach einer Kaffeepause verladen wir noch die Räder, da es morgen nun weiter gehen soll.

Montag, 11.05.2026: Über Nacht hat es sich deutlich abgekühlt. Als wir den Campingplatz verlassen fängt es an zu regnen und der Wind entwickelt sich über Tag zu einem richtigen Sturm. In Schoorl, wo die Schorles Duinen bis an den Dorfplatz reichen, kaufen wir noch etwas ein und bummeln anschließend durch den kleinen Ort. Unser heutiges Ziel ist Bakkum in Mitten von Noordhollands Duinreservat. Der Campingplatz liegt inmitten des Dünengürtels und wir machen uns zu Fuß auf den Weg durch die Dünen an den Strand. Drei Galloway-Rinder erregen unsere Aufmerksamkeit und werden filmisch und fotografisch festgehalten. Der Sturm peitscht uns den Sand ins Gesicht und wir sehen den Kite-Surfern bei ihren waghalsigen Sprüngen zu. Nach etwa zwei Stunden und 6 km sind wir wieder am Auto. Der Sturm rüttelt am Auto und es gibt immer wieder einmal einen Schauer. Hoffen wir mal sich das Wetter bis morgen etwas beruhigt und die Eisheiligen sich schnell wieder verziehen.

Dienstag, 12.05.2026: In der Nacht stürmt es weiter und ab und zu gibt es einen Regenschauer. Wir können trotzdem ganz gut schlafen und stellen den Roadrunner nach dem wir den Campingplatz verlassen haben, gleich wieder ab. Auf einem Parkplatz am Straßenrand laden wir die Räder ab und begeben uns auf eine Rundfahrt durch Noordhollands Duinreservat. Auf sehr schön angelegten Radwegen begegnen wir nicht nur wieder den Galloways von gestern, sondern können die herrliche Dünenlandschaft abseits des Straßenverkehrs richtig genießen. Bewaldete und offene Regionen wechseln sich ab und wir sind nach eineinhalb Stunden und knapp 24 km wieder am Auto. Nach einer Mittagspause geht es weiter bis nach Bloemendaal, das in der Nähe von Zandvoort liegt. Wir buchen uns für zwei Nächte auf dem Campingplatz ein und machen uns dann noch einmal mit den Rädern auf den Weg. Unser Ziel ist Zandvoort, ein ziemlich hässlicher Badeort, der einzig durch die Formel-1-Rennstrecke und die schönen Strände punkten kann. Wir radeln an der Promenade entlang und werfen auch einen Blick auf die Rennstrecke, wo einige Tourenwagen ihre Runden drehen. Nach einer Stunde und gut 11 km sind wir wieder am Auto. Den Rest des Tages verbringen wir gemütlich im Auto, da es zum draußen sitzen zu kühl ist.

Mittwoch, 13.05.2026: Der Plan für heute sieht vor durch den Nationalpark Zuid-Kennemerland ins Zentrum von Haarlem zu radeln und sich dort in bisschen umzusehen. Da das Wetter gerade am Vormittag noch etwas wechselhaft ist, beschließen wir den Ablauf umzukehren. Wir machen uns erst auf den Weg nach Haarlem und sitzen einen kräftigen Schauer in einer Bushaltestelle aus. Wir nehmen nicht den direkten ins Zentrum, sondern fahren durch verschiedene Parks. Im Buitenplaats Elswout steht ein schönes Herrenhaus, in dem jetzt Firmen residieren. Schon fast im Zentrum kommen wir noch an dem schönen Provinciehuis Welgelegen vorbei. An der Kirche De Grote of St. Bavokerk te Haarlem stellen wir die Räder ab und machen uns zu Fuß auf den Weg. Rund um den Grote Markt stehen die Kirche, das Stadthaus und die Vleeshal (Fleischhalle). Wir gehen zu einem Händler für Künstlerbedarf, wo Geli sich ein Skizzenbuch und einen Stift kauft. Unser nächsten Ziel ist das Haus von Corrie te Boom, die während der Nazizeit Juden Unterschlupf geboten hat und dafür selber interniert wurde. Glücklicherweise hat sie das KZ Ravensbrück überlebt und konnte von ihrer Geschichte erzählen. Leider findet die nächste englischsprachige Führung erst wieder um 14:00 Uhr statt, was uns zu spät ist. Zurück auf dem Grote Markt essen wir im Grand Café Brinkmann etwas zu Mittag. Mit den Rädern geht es am Fluss Spaarne entlang. Unser Ziel ist die Windmühle De Adriaan, die aber leider gerade renoviert wird. Wir verlassen die Stadt und machen auf dem Rückweg einen Schlenker durch den Nationalpark Zuid-Kennemerland. Neben zahlreichen Wanderwegen gibt es in diesem Nationalpark auch ein hervorragendes Netz von Radwegen. Der Nationalpark umfasst Strände, Sanddünen und Küstenwälder und wir radeln abseits des Verkehrs durch eine schöne Natur. Nach 5 Stunden und 28 km sind wir wieder am Auto und machen es uns gemütlich.

Donnerstag, 14.05.2026: Auch heute ist es noch durchwachsen und es fällt immer wieder etwas Regen. Wir beginnen unseren Tag südlich von Zandvoort mit einem Spaziergang in dem Naturschutzgebiet der Amsterdamse Waterleidingduinen. Es geht durch bewaldete Dünen und wir das Glück noch Damwild beobachten zu können. Unseren nächsten Stopp machen wir in Noordwijk aan Zee, wo wir uns den Leuchtturm ansehen. Hier ist sehr viel los und wir haben etwas Mühe einen Parkplatz zu finden. Auf der Promenade findet noch ein Markt statt, den wir uns ansehen. Bei einem Lidl ergänzen wir unsere Vorräte und fahren weiter in den Großraum von Den Haag. In Wassenaar bekommen wir auf dem Camping Duinhorst den letzten freien Platz, den wir zunächst für zwei Nächte buchen. Während einer Kaffeepause überlegen wir uns, dass wir auch von hier aus mit den Rädern nach Delft fahren können und verlängern unseren Aufenthalt um eine weitere Nacht. Vor dem Abendessen unternehmen wir noch einen Spaziergang über den großräumigen Campingplatz.

Freitag, 15.05.2026: Das Wetter bleibt weiterhin durchwachsen. In voller Regenbekleidung machen wir uns mit den Rädern auf nach Den Haag. Unser erstes Ziel ist das Maritshuis, eine staatliche Kunstsammlung mit Hunderten holländischen Gemälden, darunter Werke von Rembrandt und Vermeer. Uns lockt besonders das berühmte „Mädchen mit dem Perlenohring“ von Vermeer. Anschließend radeln wir zum Kunstmuseum und stärken uns unterwegs mit Kaffee und Kuchen. Die Sonderausstellung „London is calling“ bietet eine Auswahl von englischen Künstlern. Zur Dauerausstellung gehören Werke von van Gogh, Picasso und Kandinsky, sowie zahlreiche Fotografien von berühmten Persönlichkeiten. Auf dem Rückweg zum Campingplatz fahren wir am Strand von Scheveningen mit seinen vielen Kunstobjekten, dem mondänen Kurhaus und der Pier, einer 300 m langen Seebrücke inklusive Riesenrad. Zurück auf dem Campingplatz waschen wir noch unsere Wäsche.

Samstag, 16.05.2026: Das durchwachsene Wetter bleibt uns auch heute erhalten. Wir machen uns mit den Rädern auf den Weg nach Delft. Unser erstes Ziel ist das Vermeer-Zentrum, dass eine visuelle Entdeckungstour durch das Leben, die Arbeit und die Stadt von Johannes Vermeer bietet. Wir treten in das Delft des 17. Jahrhunderts ein, sehen Abbildungen der gesamten Werke von Vermeer, suchen seinen Lehrmeister und die Geschichten hinter den Gemälden. Im Atelier erfahren wir die Arbeitsweise von Vermeer und seine Meisterschaft von Licht, Komposition und Farbe. Mit Hilfe von Linsen des 17. Jahrhunderts, Schaukästen, Pigmenten und zeitgenössischen Medien ergründen wir Vermeers Gemälde, aber die Magie seines meisterlichen Werkes bleibt bestehen. Das Vermeer-Zentrum wurde an dem historischen Ort der ehemaligen Sankt Lukas Gilde errichtet, wo Vermeer jahrelang Hauptmann der Maler war. Nach einem Bummel durch den schönen Ort geht es wieder mit den Rädern zur Porzellanmanufaktur Royal Delft, die seit dem 17. Jh. das Delfter Blau weltbekannt gemacht hat. Wir sehen die Ausstellung, bekommen einen Einblick in die Manufaktur und die Produkte im Shop hautnah bewundern. Auf dem Rückweg fängt es dann wieder an zu regnen und wir radeln ohne weitere Pause zurück zum Campingplatz. Nach 38,5 km und sechs Stunden sind wir wieder am Auto. An der Entsorgungsstation spülen wir den größten Dreck von den Rädern und laden sie wieder auf den Träger. Etwas kaputt machen wir es uns im Roadrunner gemütlich.

Sonntag, 17.05.2026: Heute geht es weiter und wir fahren über die Autobahn an Rotterdam vorbei. Es ist viel los aber wir kommen ohne Probleme durch. Unser Ziel sind die 19 denkmalgeschützten Windmühlen von Kinderdijk, die als UNESCO-Welterbe unter Schutz stehen. In Alblasserdam bezieht wir Quartier auf einem schönen Stellplatz und machen uns mit den Rädern auf den Weg. Zuerst sehen wir uns die Haltestelle des Wasserbusses an, mit dem wir morgen nach Rotterdam fahren wollen. Anschließend radeln wir zu den Mühlen, die an schilfbewachsenen Kanälen stehen. Im 16. Jh. drehten sich die Mühlenflügel, um das Land zu entwässern, heute dienen sie als fotogenes Motiv. Hier kommt auch mal wieder die Drohne zum Einsatz, die aufgrund des starken Windes und des unbeständigen Wetters einige Tage pausieren musste. Als wir gerade wieder zurück am Auto sind gibt es einen kräftigen Schauer. Wir bestellen uns Brötchen für morgen früh und planen die Aktivitäten der kommenden Tage.

Montag, 18.05.2026: Mit den Rädern fahren wir zum Anleger des Wasserbusses und sind eine gute halbe Stunde mitten im Zentrum von Rotterdam. Rotterdam hat im Zweiten Weltkrieg durch die Deutschen sehr gelitten und wurde 1944 durch Bombenhagel beinahe vollständig zerstört. Der innovative und kreative Aufbau spiegelt sich in den imposanten Hochhäusern mit ihrer teilweise gewagten Architektur. Nur wenige Gebäude wie die St. Laurenskerk wurden in ihrem ursprünglichen Stil rekonstruiert.Die Haltestelle liegt unter der Erasmusbrücke, die als Wahrzeichen der Stadt gilt. Mit 800 m Spannweite und 6.800 t Gewicht verbindet sie die nördlichen und südlichen Stadtteile. Wegen ihres gebogenen Stahlpylons heißt die Brücke im Volksmund auch „Schwan“. Unsere erstes Ziel ist Oude Haven (Alter Hafen). Hier steht das Witte Huis, der erste Wolkenkratzer auf europäischem Boden. Das 43 m hohe Kontorhaus aus dem Jahr 1898 überstand 1944 die Luftangriffe. Über den Hafen mit seinen musealen Schiffen fällt der Blick auf die extravaganten Kubushäuser. Würfelförmige, gelbe Kubushäuser hängen dort um 45 Grad gedreht aneinander. Der niederländische Architekt Piet Blom (1934-1999) dachte dabei an einen abstrakten Wald. Das dreieckige Dach soll die Baumspitze darstellen. Eine Wohnung kann man besichtigen und stellt dabei sicherlich fest, dass es nicht leicht ist, ein Zuhause mit schrägen Wänden zweckmäßig einzurichten. Die einzelnen Wohnungen erstrecken sich über 3 Etagen, insgesamt sind es 50 Kuben. Die Markthal (Markthalle) verbindet Wohnen, Arbeiten und Einkaufen auf eine ganz besondere Weise. Entlang der Außenwände des hufeisenförmigen Baues befinden sich Wohnungen, in der Halle darunter 150 Stände mit Köstlichkeiten zum Einkauf und zum Sofortverzehr. Wir essen an einem asiatischen Stand ein leckeres Nudelreicht und zum Nachtisch gibt es Poffertjes und Baklava. Die spätgotische Kreuzbasilika St. Laurenskerk (15. Jh.) wirkt zwischen den verspiegelten, riesigen Wohntürmen wie ein Fremdkörper. Witte de With (1599-1658), in bedeutender Admiral, hat hier seine letzte Ruhestätte gefunden, eine Statue von Erasmus von Rotterdam, Humanist und Sohn der Stadt, steht auf dem Kirchplatz. Eines der wenigen Gebäude, die den Bombenhagel überstanden, Ist das Stadhuis (erbaut 1914-1920) im Beaux-Arts-Stil. Durch die Fußgängerzone gelangen wir zurück zum Anleger. Wir sind 8 km durch Rotterdam gelaufen und ziemlich kaputt. Dummerweise besteigen wir das falsche Schiff, da wir uns nach Kinderdijk anstatt nach Alblasserdam erkundigen. Das Expressboot ist zwar schneller, bringt uns aber nicht ans Ziel. So zahlen wir zunächst den Aufpreis für den Expresservice und dann noch eine weitere Fähre, die uns zu einer Haltestelle unseres Wasserbusses bringt. Mit einer halben Stunde „Verspätung“ sind wir wieder an den Rädern und fahren durch den Regen zurück zum Auto. In einer Regenpause verladen wir die Räder.

Dienstag, 19.05.2026: Wir beginnen den Tag mit einem Großeinkauf in Alblasserdam. Das Tagesziel ist dann nach nur wenigen Kilometern erreicht. Am Rand von Dordrecht beziehen wir Quartier auf dem Stellplatz im Jachthaven Westergoot. Nach einem kleinen Mittagessen machen wir uns mit den Rädern auf den Weg in den Nationalpark De Biesbosch. Dieser herrliche, 8.000 ha große Naturpark verdankt seine Entstehung einem dramatischen Naturereignis, der St. Elisabethenflut 1421. Weite Landschaften wurden damals überschwemmt. Nachdem sich das Wasser teilweise zurückgezogen hatte, begannen die Bewohner, das Gebiet einzudeichen. So entwickelte sich das Süßwasserdelta Biesbosch, ein einzigartiges Sumpf- und Süßwassergezeitengebiet, durchzogen von einem Labyrinth aus Kanälen. Biber, Eisvögel und sogar Seeadler haben hier ihre Heimat. Am besten erkundet man den Biesbosch zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit einem Kanu. Leider erwischt uns auf dem Rückweg noch ein Regenschauer. Nach zweieinhalb Stunden und knapp 32 km sind wir wieder am Auto. Nach eine Kaffeepause können wir in einer Regenpause die Räder verladen. Aufgrund der bevorstehenden Pfingstfeiertage und dem von uns befürchteten Andrang auf den Stell- und Campingplätzen, plane ich die kommenden Tage durch. Nach ein paar Stunden steht der Ablauf bis nach Pfingsten inklusive der möglichen Radtouren zu den gewünschten Sehenswürdigkeiten. Jetzt muss nur noch das Wetter mitspielen.

Mittwoch, 20.05.2026: Wir schlafen heute fast bis 09:00 Uhr und kommen dementsprechend spät los. Unser Ziel ist die Insel Goeree-Overflakkee, wo wir in den Nähe von Stellendam einen schönen Platz auf dem Camperplaats Bij Zee für die nächsten beiden Nächte beziehen. Wir versuchen noch einmal für das Pfingstwochenende einen Platz in Zeeland zu finden, aber es scheint aussichtslos. Es ist einfach alles ausgebucht. Während Geli vor ihrer Vorlesung noch einen kurzen Spaziergang in die Umgebung unternimmt, mache ich eine Radtour. In der Marina von Stellendam stelle ich das Fahrrad ab und gehe zu Fuß durch das Naturschutzgebiet Scheelhoek zum Vogelobservatorium Tij. Von diesem eiförmigen Gebäude hat man einen perfekten Blick auf die Scheelhoek-Inseln im Haringvliet, wo verschiedene Vögel ihre Nester bauen. Im Restaurant Zoet of Out esse ich ein Stück Kuchen und trinke einen Café Laté. Über Goedereede fahre ich zum Stellplatz zurück und bin nach zwei Stunden und knapp 20 km wieder am Auto. Bei einer weiteren Suche nach einem Stellplatz werde ich dann doch noch fündig. Wir können über Pfingsten auf dem Campingplatz in Zierikzee unterkommen. Somit können wir doch noch die Inseln Zeelands besuchen.

Donnerstag, 21.05.2026: Heute beginnt der Tag mit Sonnenschein und blauem Himmel. Wir machen die Räder startklar und unternehmen eine Rundfahrt um den nordwestlichen Teil der Insel Goeree-Overflakkee. Einen ersten Stopp machen wir an einem Aussichtspunkt an der Nordküste. Wir blicken über die Dünen und sehen auch schon unser nächsten Ziel, den Leuchtturm Vuurtoren Westhoofd. Am Südrand von Ouddorp kommen wir an einer Festungsanlage aus dem 17. Jh. vorbei, der Schans bij Ouddorp. Da der Wind heute nicht mehr ganz so stark ist, kommt wieder einmal die Drohne zum Einsatz und aus der Luft kommt die Form des alten Forts erst so richtig zur Geltung. Für einen Besuch von Goedereede verlassen wir die Küste und bummeln durch den schönen kleinen Ort. Wir essen ein leckeres Eis und kaufen ein frischen Brot. Sehenswert sind außerdem der von der Kirche getrennte Kirchturm und die Windmühle De Windvang. Nach genau 36 km und knapp viereinhalb Stunden sind wir wieder am Auto. Wir genießen das sommerliche Wetter und können bis zum Abendessen draußen bleiben. So kann das Wetter bleiben!

Freitag, 22.05.2026: Jetzt ist der Sommer in den Niederlanden angekommen. Wir steuern mit Schouwen-Duiveland die nächste Insel Zeelands an. Unser Ziel ist der kleine Ort Zierikzee, wo wir noch einen Stellplatz für das bevorstehende Pfingstwochenende ergattern konnten. In Zierikzee angekommen füllen wir Gas und Diesel auf und decken uns bei Lidl für das Wochenende ein. Auf dem Campingplatz am Ortsrand verlangt man 7 € pro Tag für Strom, so dass wir gerne darauf verzichten. Bei dem sommerlichen Wetter deckt die Solaranlage unseren Strombedarf ohne Probleme. Nach einer Pause im Schatten vor dem Auto machen wir uns zu Fuß auf den Weg in den Ort. Das überaus beliebte Zierikzee mit seinen 568 unter Denkmalschutz stehenden Gebäuden erfüllt alle Klischees eines Bilderbuchstädtchens. Gässchen, gesäumt von Gastronomie typisch holländischen Giebelhäusern, weiße Klappbrücken, mächtige Stadttore, zwei Windmühlen, der Museumshafen sowie viele Geschäfte und Restaurants ziehen die Touristen magisch an. Überragt wird das Ganze vom 62 m hohen Dikke Toren, dem ehemaligen Aktivitäten Kirchturm der St. Lievenskerk. Durch Handel, Fischfang und Tuchweberei im Mitteleiter zu Reichtum gekommen, wollte man aus Prestigegründen ein monumentales Goteshaus erschaffen. Eigentlich sollte der 1454 begonnene Turm im Stil der Brabanter Gotik 130 m hoch und somit der höchste der Niederlande werden, doch durch den Rückgang der Konjunktur ging der Stadt 1510 das Kapital für die Fertigstellung der Kirche aus. Schließlich blieb 1832 durch einen Brand nur noch der Turm übrig. Die Nieuwe Kerk entstand 1848 im Stil des Neoklassizismus und zeichnet sich durch monumentale Säulen aus. Sehenswert sind insbesondere das Noord- und das Zuidhavenpoort, imposante Stadttore aus dem 14. Jh. Dahinter dümpeln im Museumshafen malerisch einige historische Schiffe. Das älteste von ehemals sechs Stadttoren ist das Nobelpoort im Norden. Das Oude Stadhuis (1550) wird von einem achteckigen Turm mit Glockenspiel und einer Neptunfigur auf der Spitze gekrönt. Wir beenden unseren Rundgang an der Windmühle Den Haas und gehen zum Auto zurück. Nach knapp 6 km suchen wir uns ein schattiges Plätzchen und genießen das herrliche Wetter. Zum Abendessen werden Spareribs gegrillt.

Samstag, 23.05.2026: Auch heute bleibt uns das Sommerwetter erhalten und wir können gleich mit kurzen Hosen, T-Shirt und Sandalen in den Tag starten. Was für eine Wohltat ohne Jacke unterwegs sein zu können. Wir unternehmen eine Rundfahrt über Schouwen-Duiveland und sehen uns dabei einige Windmühlen an. In Brouwershaven machen wir eine Pause, spazieren durch den Ort und erfrischen uns mit einem kühlen Getränk. Am Rand des Yachthafens stehen gleich zwei Mühlen: die kleine Windlust und die größere De Haan. Am Ortsrand von Zonnemaire sehen wir uns die Molen de Korenbloem an, die heute sogar geöffnet ist. Wir kommen mit dem Hobby-Windmüller und seiner Frau ins Gespräch und erhalten eine kleine Führung in der Mühle. Hier kommt dann auch die Drohne noch einmal zum Einsatz. In Dreischor sehen wir uns den kreisrunden Kirchplatz rund um die Adriaanskerk an und kommen an der Molen Aeolus vorbei. Nach 34,1 km und gut viereinhalb Stunden sind wir zurück auf dem Campingplatz. Nach einer ersten Verschnaufpause starten wir einen Waschgang, der sich etwas schwierig gestaltet, da die Waschmaschine den Waschgang mehrmals abbricht. Mit Hilfe der Campingplatzbetreiberin klappt es dann schließlich doch noch. Auch heute können wir wieder draußen essen und unseren Thunfisch auf den Grill legen.

Sonntag, 24.05.2026: Auch heute nutzen wir das herrliche Wetter für eine weitere Fahrradtour über die Insel. Wir fahren am Havenkanaal von Zierikzee parallel zu den auslaufenden Schiffen in Richtung Grevelingenmeer, dem größten Salzwassers Westeuropas. Das gesamte Gebiet inklusive der auf den Inseln liegenden Feuchtgebiete ist als Oosterschelde Nationalpark unter Schutz gestellt. Auf einem wunderschönen Radweg fahren wir immer an der Küste entlang. Im Restaurant De Heerenkeet essen wir auf der Terrasse ein leckeres Eis und fahren dann bis Serooskerke weiter an der Küste entlang. Für den Rückweg nutzen wir den Radweg entlang der N59 und kommen dabei an der Windmühle De Zwaan vorbei. In Zierikzee kaufen wir noch etwas ein, sehen uns das nördliche Stadttor Nobelpoort an und fahren durch die Stadt, die heute gut besucht ist. Auf einer schattigen Bank am Marktplatz machen wir eine letzte Pause und erreichen nach 29,1 km und gut vier Stunden wieder unseren Roadrunner. Wir suchen uns wieder einen Platz im Schatten des Autos und genießen das herrliche Wetter. Auch heute essen wir wieder draußen zu Abend.

Montag, 25.05.2026: Wir verlassen Zierikzee und fahren zum Parkplatz am Plombe Toren. Wir laden die Räder ab und machen uns auf den Weg nach Burgh-Haamstede. Wo sich heute Wasser befindet, lag im Mittelalter Land mit vierzehn blühenden Dörfern und Weilern. Zwischen 1300 und 1600 ging das Südland von Schouwen nach und nach verloren. Immer wieder wurden neue innere Deiche errichtet, sobald der Seedeich einzustürzen drohte. Der Plompe Toren“ von Koudekerke ist das Symbol der versunkenen Dörfer. Der Ort wurde erstmals 1211 urkundlich erwähnt. Der 1581 errichtete Deich verlief mitten durch das Dorf. Der Turm blieb verschont und diente fortan als Seezeichen für die Schifffahrt. In Burgh-Haamstede sehen wir uns den rot-weißen Leuchtturm Westerlichttoren, der einst den 250-Gulden-Schein zierte. Mit dem Mittagessen in der Pannekoekenmole klappt es leider nicht, da so viel los ist, dass wir ewig auf einen freien Tisch warten müssten. So radeln wir durch die Dünenlandschaft an die Küste. Im Zeeuwse Gasthut Café essen wir einen leckeren Frozen Yoghurt und erreichen nach 30,8 km und zweieinhalb Stunden sind wir wieder am Auto. Nachdem Verladen der Räder sehen wir uns den Plombe Toren noch aus der Nähe an und können ihn sogar besteigen. Die Aussicht vom Turm über den Oosterschelde Nationalpark entschädigt für den Aufstieg über die teilweise engen Treppen. Über den Brouwersdam fahren wir nach Walcheren, wo wir in Westkapelle auf dem Campingplatz t’ Hoekje einen Platz für die nächsten beiden Nächte bekommen. Während Geli malt sehe ich mir den Strand an und beschließe die Badesaison 2026 zu eröffnen. Im Auto ziehe ich mir Badehose und Schwimmprothese an, gehe noch einmal zum Strand und genieße das erfrischende Bad in der kühlen Nordsee. Wir können noch draußen essen, machen es uns dann aber ihm Auto gemütlich.

Dienstag, 26.05.2026: Auch heute bleibt uns das Sommerwetter erhalten und wir starten mit den Rädern eine Rundfahrt in Walcheren. Zunächst sind die Leuchttürme und Denkmäler von Westkapelle unsere Ziele. Am 1. November 2024 jährte sich die Befreiung von Westkapelle im Zweiten Weltkrieg zum 80. Mal. Während der Gedenkfeier wurde das Invasionsdenkmal enthüllt zum Gedenken an die alliierten Soldaten, die bei der Befreiung ihr Leben ließen. Die Befreiung von Westkapelle war Teil der Schlacht an der Schelde, einer Militäroperation mit dem Namen Infatuate II. Das nächste Ziel ist der Leuchtturm von Westkapelle, der Vuurtoren Nooderhoofd. Im Ort selbst gibt einen weiteren Leuchtturm. Der Leuchtturm von Westkapelle liegt einen Kilometer landeinwärts. Auf einem erhaltenen gotischen Kirchturm ist in 49,6 m Höhe die Lichtanlage angebracht. Er dienst heute als See- und Oberfeuer und ergänzt damit den Leuchtturm von Nooderhoofd. Da es heute windstill kommt wieder einmal die Drohne zum Einsatz. Unser nächstes Ziel ist der kleine Küstenort Zoutelande. Hier findet heute ein Markt statt und es ist brechend voll. Geli entdeckt eine Eisdiele, in der wir abseits des Trubels drinnen sitzen können. Das Eis schmeckt köstlich und gibt Kraft für das letzte Ziel. In dem kleinen Ort Dishoek stehen gleich zwei Leuchttürme dicht beieinander. Der Vuurtoren Dishoek Kaapduinen ´t Lage Licht am Fuß der Dünen und der Vuurtoren Dishoek Kaapduinen ´t Hoge Licht auf dem Dünenkamm. Auch hier starte ich die Drohne und genieße den Blick aus der Vogelperspektive. Über schöne Radwege entlang der Dünen geht es dann zurück zum Campingplatz. Nach gut 25 km und gut vier Stunden sind wir wieder am Auto. Nachdem wir die Räder verladen haben machen wir im Schatten eine Pause. Im Supermarkt des Campingplatzes kaufen wir noch etwas ein und gehen dann für einen Erfrischung n och einmal in die Nordsee - diesmal kommt Geli mit. Später wird mir plötzlich kalt und es droht Schüttelfrost. Ich ziehe lange Hose und Jacke über, aber es geht mir nicht so gut. Ob ich mir etwas eingefangen habe oder ob es an dem Zahn liegt, der Sicht seit ein paar Tagen bemerkbar macht, wird sich in den kommenden Tagen zeigen.

Mittwoch, 27.05.2026: Da die Zahnschmerzen noch schlimmer geworden sind rufe ich gleich morgens bei der Zahnarztpraxis in Domburg an, die in der Broschüre des Campingplatzes angegeben ist. Ich bekomme gleich einen Termin für 09:30 Uhr, so dass das Frühstück etwas hektischer als gewöhnlich ausfällt. Geli setzt mich ab und nutzt die Zeit zum Auffüllen unserer Vorräte. Es stellt sich heraus, dass nicht der Zahn Probleme macht, sondern das Zahnfleisch. Ich bekomme zwei Proben eine Mundspülung mit und bin nach einer guten Stunde wieder am Auto. Wir fahren nach Zuid-Beveland und beziehen südlich von Yerseke Quartier auf dem Stellplatz einer Obstplantage. Mit den Rädern drehen wir eine Runde rund um Yerseke, das für seine Muschel- und Austernzucht bekannt ist. Am Hafen nutze ich die Gelegenheit uns esse bei De Viskêête leckere Miesmuscheln. In einer kleinen Apotheke kann ich mir dann auch noch die Mundspülung holen, die die Zahnärztin mir empfohlen hat. Am Kanal door Zuid-Beveland geht es dann zurück in Richtung Stellplatz. Am gegenüberliegenden Ufer des Kanals sehen wir die Mühlen Aeolus und De Hoop, die in Wemeldinge stehen. Nach 17 km und zwei Stunden sind wir wieder am Stellplatz. Nachdem die Räder verladen und Tisch und Stühle aufgebaut sind gibt es im Hofcafé der Plantage Eiscafé und frische Waffeln mit Erdbeeren. Während Geli an ihrer Vorlesung teilnimmt, nutze ich das gute WLAN des Platzes zum Bearbeiten von Mails und Surfen im Internet.

Donnerstag, 28.05.2026: Zahn- und Zahnfleisch haben sich etwas beruhigt und wir machen uns auf eine der längsten Etappen der letzten Wochen. Unser Ziel ist der gut 100 km entfernte Nationalpark De Loonse en Drunense Duinen. Auf den verschiedenen Autobahnen, die wir nutzen ist viel los und kurz vor den Ziel geraten wir auch noch in einen kurzen Stau. Bei Drunen beziehen wir einen Stellplatz auf dem Schafsbauernhof De Schaapskooi. Wir nutzen die frühe Ankunft für fällige „Hausarbeit“ und machen uns nach dem Mittagessen mit den Rädern auf den Weg in den Nationalpark. Der Nationalpark wird zu Recht auch Brabanter Sahara" genannt. Weite sandige Dünen, Heide und Wälder bilden auf 35 km2 eine einzigartige Landschaft. Es ist eines der ausgedehntesten Treibsandgebiete Westeuropas. In den Sandverwehungen halten sich durch ihre starken Wurzeln Silber- und blaues Pfeifergras. Neben Besenheide wachsen Kriechweiden, Moose und Flechten im Heidegebiet. Die Wälder mit Eichen und Tannen wurden im 14. und 19. Jh. gepflanzt, um die Wanderung des Treibsands aufzuhalten. Hier leben Reh, Fuchs, Dachs, verschiedene Spechtarten, Marder, Wiesel und Hermelin. Bei herrlichem Wetter und wieder einmal vorbildlichen Radwegen können wir die Fahrt richtig genießen. Nach 27,4 km und zweieinhalb Stunden sind wir wieder am Auto. Wir stellen Tisch und Stühle in den Schatten und freuen uns über das sommerliche Wetter, dass sich in den kommenden Tagen etwas abschwächen soll. Nach dem Abendessen machen wir es bei offenen Türen und Fenstern im Auto gemütlich.

Freitag, 29.05.2026: Heute ist es von Beginn an schwül warm und es fühlt sich nach Gewitter an. Auch auf der Fahrt zu unserem nächsten Ziel zeigt das Autothermometer dauerhaft über 30 Grad an. Mir macht diese schwüle Hitze irgendwie zu schaffen und ich habe Kreislaufprobleme. Unser Ziel ist De Hoge Veluwe (5.400 ha), der meistbesuchte Nationalpark der Niederlande. Wald, Heide, Gras, Moorseen und Sandflächen prägen seinen Charakter und machen ihn zu einem abwechslungsreichen Wander- und Fahrradgebiet. Von seltenen Insekten über viele Reptilienarten und eine vielfältige Vogelwelt bis zu imposanten Rothirschen, Wildschweinen, Mufflons, Füchsen und Dachsen reicht hier das Spektrum der Fauna. Den Grundstein zu diesem Park legten ab 1909 das Ehepaar Anton und Helene Kröller-Müller. Anton kaufte als begeisterter Jäger das große Jagdgebiet De Hoge Veluwe sukzessive auf und siedelte Rotwild, Rehe und Mufflons an. Helene hatte als große Kunstsammlerin die Vision, Natur und Kunst zusammenzubringen. Mit dem Bau des Kröller-Müller-Museums verwirklichte sie ihren Traum, die Kunstsammlung der Allgemeinheit zugänglich zu machen. Ihre Van-Gogh-Sammlung mit ca. 90 Gemälden und 180 Zeichnungen ist die zweitgrößte der Welt. Werke von Claude Monet, Piet Mondriaan und Pablo Picasso zählen ebenfalls zu den herausragenden Exponaten. Natur und Kunst ergänzen sich prachtvoll im größten Skulpturengarten Europas mit 160 Werken. 1914-1920 baute der renommierte Architekt H. Berlage im Hoge Veluwe das Jagdhaus St. Hubertus im englischen Stil. Zunächst nur als Wochenend- und Feriensitz geplant, lebte das Ehepaar hier bis zu seinem Tod 1939 bzw. 1941. Bei der Besichtigung sieht man u.a. das Billardzimmer, die Bibliothek und das Raucherzimmer. Der Eintritt in den Nationalpark ist gebührenpflichtig. Wer kein eigenes Fahrrad dabei hat, dem stehen 1.800 kostenlose weiße Räder zur Verfügung. Wanderer können zu verschieden langen, ausgewiesenen Rundwanderungen starten. Wir konzentrieren uns heute auf das Museum und sind ganz besonders von den vielen Werken van Goghs fasziniert. Im Museumcafé trinken wir etwas und als wir zum Abschluss noch in den Skulpturengarten gehen, essen wir noch ein Eis. Nach dem Museumsbesuch fahren wir zum Beek en Hei Camping, wo wir per Internet für die kommenden beiden Nächte reserviert haben. Kaum haben wir Tisch und Stühle aufgebaut fallen ein paar Tropfen, so dass wir vorsichtshalber alles wieder verstauen. Mir geht es immer schlechter und wie aus dem Nichts muss ich mich zweimal heftig übergeben. Ich schaffe es gerade noch in das Gebüsch vor unserem Stellplatz. Kaum habe ich meinen Mageninhalt der Natur geopfert, geht es mir schon etwas besser. Es sind also offensichtlich keine Kreislaufprobleme, sondern ein verdorbener Magen. Geli kümmert sich um unsere Wäsche und ich bleibe startbereit in der Nähe der Tür sitzen. Weitere Schübe bleiben zum Glück aus. Kurz nach 18:00 Uhr erwischt uns das Gewitter dann doch noch und es wummst ganz ordentlich. Ich esse einen trocknen Weizenfladen und ein paar Haferflocken - alles bleibt drin. Hoffen wir mal, dass es mir morgen wieder besser geht.

Samstag, 30.05.2026: Das gestrige Gewitter hat für etwas Abkühlung gesorgt, aber es ist immer noch angenehm warm. Wir machen die Räder startklar und fahren ins Zentrum von Otterlo um ein paar Sachen einzukaufen. Nachdem die Vorräte verstaut sind geht es wieder los. Wir fahren auf sehr schön angelegten und gut gepflegten Radwegen durch den De Hoge Veluwe Nationalpark. Die abwechslungsreiche Landschaft gefällt uns sehr gut und gegen Ende unserer Runde sehen wir uns noch das Jagdhaus St. Hubertus an. Nach zweieinhalb Stunden und 35 km sind wir wieder am Auto. Nachdem wir den gröbsten Dreck von den Rädern gespült haben, laden wir sie wieder auf und setzen uns vor das Auto in den Schatten. Nach dem Abendessen ziehen wir uns ins Auto zurück.

Sonntag, 31.05.2026: Unser nächstes Ziel ist der Nationalpark Weerribben-Wieden, eines der größten Flachmoorgebiete in Nordwesteuropa. Durchzogen von Kanälen und Seen, bietet sich uns die ideale Gelegenheit, vom Camper auf ein Boot umzusteigen. Im 14. Jh. begannen die Bewohner, Torf als Brennmaterial zu stechen, daher der Name: Weren steht für die Gräben bei der Torfgewinnung, ribben für die langen Landstreifen, auf denen er anschließend getrocknet wurde. Tiere wie Fischotter, Kormorane, Silberreiher und viele Rehe haben hier ideale Lebensbedingungen. Vom Besucherzentrum De Wieden startet ein Boot für eine zweistündige Rundfahrt durch den Park. Nach der Tour essen wir ein leckeres Stück Kuchen und fahren weiter zum nächsten Nationalpark, dem Dwingelderveld. Auf dem Camping Torentjeshoek am Rande des Nationalparks finden wir einen schönen Platz für die kommenden beiden Nächte und setzen uns vor das Auto in die Sonne. Geli malt und ich plane die morgige Radtour durch den Park. Auch heute können wir wieder draußen zu Abend essen, auch wenn uns entferntes Gewittergrollen dabei begleitet.

Montag, 01.06.2026: Seit 1991 Nationalpark, ist das 38 km2 große Dwingelderveld das größte Heide-Feuchtgebiet in Westeuropa. Ruhe suchende Reisende, Wanderer und Fahrradfahrer finden hier ein traumhaftes Gebiet und ein schönes Ziel abseits der üblichen Touristenrouten. Die Fahrt auf schmalen, aber gut zu befahrenden Straßen und ausgewiesenen Radwegen führt durch die wunderschöne Landschaft. Heute ist es etwas kühler aber immer noch warm genug um in kurzen Hosen und T-Shirt auf das Rad zu steigen. Wir genießen die Rundfahrt und lassen uns an einer Stelle von der Drohne verfolgen. Unterwegs gibt es leckeres Softeis und wir kommen an der Windmühle De Zaandplatte vorbei. Nach vier Stunden und 38 km sind wir wieder am Auto. Den restlichen Nachmittag verbringen wir draußen und bauen nach dem Abendessen alles wieder ab.

Dienstag, 02.06.2026: Wir kaufen bei einem Aldi in Dwingeloo noch etwas ein und fahren dann zum Minicamping De Balloohoeve, einem Bauernhof mit Hofladen, Café und einem kleinen Stellplatz am Rande des Drentsche Aa Nationalparks. Wir stärken uns mit einem leckeren Eis aus dem Hofladen und starten anschließend zu einer Radtour durch den Nationalpark. Das Stromgebiet der Drentsche Aa (34.000 Hektar) ist eine so genannte Nationallandschaft. Der zentrale Teil mit etwa 10.000 Hektar ist außerdem auch ein Nationalpark. Diesen doppelten Status hat in den Niederlanden kein anderes Gebiet und beweist, welch eine Besonderheit diese Landschaft ist. Das Drentsche Aa-Gebiet ist eine vielfältige alte Kulturlandschaft, die durch das jahrhundertelange Nebeneinander von Landbau und Natur entstanden ist. Drentsche Aa“ ist ein Sammelname für zahlreiche Stromläufe, die sich am Ende wieder zu einem einzigen Strom zusammenfügen. Jeder Wasserlauf hat seinen eigenen lokalen Namen. In allen anderen Teilen der Niederlande wurden fast alle Flüsse und Ströme begradigt - nicht so im Drentsche Aa-Gebiet, wo sich alle Wasserläufe noch ungestört ihren jahrhundertealten, sich schlängelnden Weg bahnen. Die Drentsche Aa ist eines der wertvollsten Tieflandbecken Europas. Aufgrund eines heranziehenden Regengebietes verkürze ich die geplante Route und kürze dann während der Fahrt noch einmal ab. So sind wir schon nach 45 Minuten und knapp 9 km wieder am Auto. Wir können noch die Räder verladen, bevor es anfängt zu regnen. Der Schauer ist dann allerdings nicht so heftig, wie es das Regenradar hat vermuten lassen. In der App sah es nach zwei Stunden Dauerregen aus, es war dann aber nur eine halbstündiger leichter Schauer.

Mittwoch, 03.06.2026: Das wechselhafte Wetter bleibt uns leider auch heute treu. Immer wieder kommt es zugteilweise kräftigen Schauern. Wir steuern mit dem Auto einen Parkplatz nördlich von Anloo an, um ein Stück im Drentsche Aa Nationalpark spazieren zu gehen. In Gebiet De Strubben-Kniphorstbosch wandern wir durch eine Wals- und Wiesenlandschaft und kommen an einem Hünengrab und verschiedenen Grabhügeln vorbei. Auch eine Herde Kühe und Schafe kreuzen unseren Weg. Während unseres Spaziergangs bleibt es glücklicherweise trocken. Zurück am Auto geht es weiter zu unserem nächsten Ziel, dem Festungsdorf Bourtange. Unterwegs kommt es wieder zu zahlreichen und heftigen Schauern. Auf dem Camping `t Plathuis am Ortsrand finden wir einen Platz’ für die Nacht und machen uns nach einem verspäteten Mittagessen zu Fuß aufn den Weg. Bourtange ist eine wieder aufgebaute, bewohnte ehemalige Festung, die in der niederländischen Provinz Groningen, zwei Kilometer von der deutsch-niederländischen Grenze bei Dörpen entfernt liegt. Die Festung umschließt mit ihren Außenwerken die gleichnamige Festungsstadt. Sie ist eine der wenigen Festungen in Europa, die nach ihrem fast vollständigen Verfall in den letzten Jahrzehnten wieder aufgebaut wurde. Die Anlage diente der Überwachung der wenigen Straßen und Wege in dieser vormals völlig versumpften Landschaft. Das Bourtanger Moor, beiderseits der Grenze, ist nach der Festung benannt. Die Festung wurde auf dem Stand von 1742 als sie ihren größten Umfang erreicht hatte wieder aufgebaut und als Museums- und Freizeitort weiter geführt. Daher kann an dieser Stelle heute eine Festungsanlage besichtigt werden, die einen sehr selten gewordenen Bauzustand wiedergibt. Die Festung selbst stellt sich im Grundriss als ein völlig regelmäßiges Fünfeck dar, an dessen Ecken sichBastionen befinden. Weiterhin sind der Kernfestung wassergefüllte Gräben, Ravelins, ein Kronwerk und ein Glacis vorgelagert. Die Anlage besteht hauptsächlich aus Erde und Holz, nur die beiden Torbauwerke und eine kurze Poterne sind gemauert. Leider ist die Nutzung von Drohnen hier nicht gestattet, so dass wir uns ein paar Luftaufnahmen aus dem Internet herunterladen. Zurück am Auto nimmt Geli an ihrer Vorlesung teil und lese und surfe im Internet.

Donnerstag, 04.06.2026: Nach fünfeinhalb Wochen verlassen wir heute die Niederlande wieder. Unser Nachbarland hat uns sehr gut gefallen. Die grandiose Tulpenblüte, interessante Landschaften und die hervorragende Infrastruktur für Radfahrer haben die Reise zu einem gelungenen Erlebnis gemacht. Wir haben 821,7 km mit den Rädern auf den gut ausgebauten Fietspads zurückgelegt. So viel Fahrrad sind wir noch nie in so kurzer Zeit gefahren! Unser heutiges Ziel ist Emden, wo wir auf dem Stellplatz am Hafen einen der letzten freien Plätze bekommen. Beim Fabrikverkauf der Firma Fokker & Müller holen wir uns Matjes, den es dann zu Mittagessen gibt. Zu Fuß geht es anschließend in die Innenstadt, wo die Kunsthalle unser erstes Ziel ist. Hier sehen wir uns die Ausstellung „Bilder, die wir lieben“ zum vierzigjährigen Jubiläum der Kunsthalle an. Daneben gibt es noch eine interessante Lichtinstallation und die kleinen Sonderausstellung „Am Hafen“. Auf dem Rückweg zum Hafen werfen wir noch einen Blick in Dat Otto Hus. Zum Abendessen geht es zur Feier unseres 39, Hochzeitstages in das Restaurant Speicher, wo wir leckere Nudeln mit Garnelen essen. Das wechselhafte Wetter hat uns heute nicht gestört, da wir uns bei den teilweise kräftigen Schauern meist im Inneren aufgehalten haben.

Freitag, 05.06.2026: Das wechselhafte Wetter bleibt uns auch heute erhalten. Wir gehen noch einmal zum Fabrikverkauf der Firma Fokker & Müller und kaufen uns Knoblauch-Garnelen. Unser erstes Ziel ist der Leuchtturm von Campen. Mit einer Höhe von 65 m ist er der höchste Leuchtturm Deutschlands. Das Licht des 1889 erbauten Turm strahlt etwa 52 km weit auf die Nordsee hinaus. Wir spazieren auf den Deich und genießen das schöne Licht. Wir genießen die unterschiedlichen Perspektiven auf den filigranen Leuchtturm. Auf dem Weg nach Greetsiel sehen wir aus der Ferne auch schon den Leuchtturm von Pilsum, den wir später auch noch ansehen werden. Auf dem Wohnmobilstellplatz bei den Greetsieler Zwillingsmühlen finden wir einen Platz und richten uns ein. Nach einer Pause machen wir uns mit den Rädern auf den Weg und werfen als erstes einen Blick auf die schönen Zwillingsmühlen. In Greetsiel ist sehr viel los und in dem schönen Ort schieben wir die Räder eine Strecke. Auch am Pilsumer Leuchtturm sind wir nicht alleine. Der markante gelb-rot-gestreifte Leuchtturm ist nur 11 m hoch und damit der kleinste runde Leuchtturm Deutschlands. Seit Otto Waalkes den Pilsumer Leuchtturm in einem seiner Filme verwendet hat, ist er das Wahrzeichen Ostfrieslands. Auch hier haben wir Glück mit dem Wetter und der kleine Leuchtturm erstrahlt förmlich im Sonnenlicht. Zurück in Greetsiel stärken wir uns in einem Eiscafé mit einem köstlichen Eisbecher und bummeln durch den Ort. Zurück am Auto verladen wir die Räder und machen es uns bei offener Tür im Auto gemütlich. Zum draußen sitzen ist uns heute der Wind zu kühl.

Samstag, 06.06.2026: Nach knapp 20 Kilometern erreichen wir Norddeich und finden auf dem Parkplatz des Erlebnisbades Ocean Wave einen Stellplatz für die Nacht. Nach einer Pause besteigen wir die Fahrräder und fahren eine Runde über Norden, Lütetsburg, Hage, Hagermarsch und am Deich entlang zurück. In Norden kaufe ich mir im Laden von Deichbrise ein Segeltau-Armband und wir essen ein leckeres Eis. Außerdem sehen wir uns die Westgaster Mühle, die Gnurre Mühle und die Deichmühle an. Vom Deich in Norddeich genießen wir den Blick auf Juist und Norderney. Nach gut zwei Stunden und 30,3 km sind wir wieder am Auto. Auf dem kleinen Markt am Rande des Stellplatz gibt es nach einer ausgiebigen Pause Backfisch zum Abendessen. Es gibt jetzt immer wieder einen kurzen Schauer und wir machen es uns im Roadrunner gemütlich.

Sonntag, 07.06.2026: Heute geht es ohne Unterbrechung nach Cuxhaven, wo wir uns mit Marianne und Günter verabredet haben. Als wir auf dem Stellplatz am Fährhafen ankommen, haben die beiden auch gerade ihr Wohnmobil abgestellt. Nachdem wir uns beide eingerichtet haben, setzen wir uns bei Marianne und Günter zusammen und klönen. Bei einem gemeinsamen Spaziergang erkunden wir den Gegend und stärken uns mit Kaffe und Kuchen. Zum Abendessen gehen wir in das Restaurant des Hotel Das Donners und können das Essen mit einem herrlichen Blick auf die Elbe genießen. Bis kurz vor 23:00 Uhr sitzen wir noch im Wohnmobil zusammen.

Montag, 08.06.2026: Nach dem Frühstück verabschieden wir uns von Marianne und Günter, die zum Stellplatz in Duhnen weiterziehen. Wir gehen noch einmal an die Elbe und machen uns dann auf den Weg zur Elbfähre in Wischhafen. Nach einer Stunde Wartezeit kommen wir mit und sind wieder in Schleswig-Holstein angekommen. Wir haben uns überlegt noch eine Nacht auf dem Stellplatz in Osterrönfeld am NOK zu übernachten. Leider ist der Platz voll belegt. Wir trösten uns mit einem leckeren Stück Torte in der Kanal-Meisterei und fahren die restlichen Kilometer bis nach Kiel. Mit einem Kilometerstand von 39.632,4 km, also nach 2.269,2 km stehen wir wieder vor unserer Haustür. Hinzu kommen noch die 821,7 km die wir auf den Fahrrädern fast CO2-neutral zurückgelegt haben.

Die Niederlande haben uns gut gefallen. Die Tulpenblüte ist einfach nur spektakulär und die hervorragende Infrastruktur für Radfahrer haben zu einer schönen und abwechslungsreichen Reise geführt. Wir sind noch nie so viele Kilometer in einem Urlaub mit dem Rad gefahren. Trotz einer Reisezeit von gut sechs Wochen gibt es in den Niederlanden noch mehr zu entdecken und wir kehren bestimmt noch einmal zurück.


 
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